Kontaktlinsen bei trockenen Augen – worauf du wirklich achten solltest
Kontaktlinsen bei trockenen Augen sind für viele Träger ein sensibles Thema. Brennen, Fremdkörpergefühl, schwankende Sehschärfe oder abendliche Müdigkeit der Augen können darauf hinweisen, dass der Tränenfilm instabil ist oder das gewählte Linsenmaterial nicht optimal passt.
Trockene Augen gehören zu den häufigsten Gründen, warum Menschen das Tragen von Kontaktlinsen reduzieren oder ganz aufgeben. Dabei ist in vielen Fällen nicht das Tragen an sich das Problem, sondern die Kombination aus Material, Austauschintervall, Bildschirmbelastung und individueller Tränenfilm-Situation.
Eine strukturierte Übersicht geeigneter Varianten bietet der Kontaktlinsen Preisvergleich Schweiz, in dem unterschiedliche Materialien und Austauschintervalle transparent gegenübergestellt werden können.
Warum entstehen trockene Augen überhaupt?
Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten:
einer äußeren Lipidschicht (verhindert Verdunstung)
einer wässrigen Mittelschicht
einer Muzinschicht (sorgt für Haftung auf der Hornhaut)
Wenn dieses Zusammenspiel gestört ist, verdunstet die Tränenflüssigkeit schneller. Das Auge wird weniger gleichmäßig befeuchtet.
Häufige Auslöser für trockene Augen
Trockene Augen entstehen meist durch eine gestörte Stabilität des Tränenfilms. Die folgenden Faktoren können dieses empfindliche Gleichgewicht beeinflussen:
Lange Bildschirmarbeit
Bei konzentrierter Bildschirmarbeit sinkt die Lidschlagfrequenz deutlich – teils um bis zu 50 %. Weniger Blinzeln bedeutet, dass der Tränenfilm seltener gleichmäßig verteilt wird. Die Oberfläche trocknet schneller aus, kleine „Tränenfilm-Lücken“ entstehen, und das Auge fühlt sich trocken oder gereizt an.
Klimatisierte oder stark beheizte Räume
Trockene Raumluft beschleunigt die Verdunstung der wässrigen Tränenfilmschicht. Besonders Klimaanlagen oder Heizungen reduzieren die Luftfeuchtigkeit erheblich. Der Tränenfilm wird instabiler, wodurch sich Kontaktlinsen schneller trocken oder rau anfühlen können.
Reduzierte Lidschlagfrequenz
Unabhängig von Bildschirmarbeit kann auch Stress, intensive Konzentration oder Autofahren zu seltenerem Blinzeln führen. Der Lidschlag sorgt normalerweise dafür, dass die Lipidschicht des Tränenfilms gleichmäßig verteilt wird. Bleibt dieser Mechanismus aus, verdunstet die Tränenflüssigkeit schneller.
Hormonelle Veränderungen
Hormonelle Schwankungen – etwa während Schwangerschaft, Stillzeit oder in den Wechseljahren – können die Zusammensetzung des Tränenfilms beeinflussen. Besonders die Lipidschicht kann instabiler werden, was die Verdunstung erhöht. Auch bestimmte hormonelle Verhütungsmittel können diesen Effekt verstärken.
Bestimmte Medikamente
Einige Medikamente reduzieren die Tränenproduktion oder beeinflussen die Tränenfilm-Zusammensetzung. Dazu gehören beispielsweise:
Antihistaminika
Antidepressiva
bestimmte Blutdruckmedikamente
Akne-Therapien mit Retinoiden
Die verminderte Tränenmenge kann das Tragen von Kontaktlinsen weniger komfortabel machen.
Ungeeignetes Kontaktlinsenmaterial
Nicht jedes Material harmoniert gleich gut mit jedem Tränenfilm. Linsen mit sehr hohem Wassergehalt können bei instabilem Tränenfilm zusätzlich Feuchtigkeit aus der Augenoberfläche ziehen. Auch eine unzureichende Sauerstoffdurchlässigkeit oder eine ungeeignete Oberflächenstruktur kann dazu führen, dass sich die Linse trocken oder rau anfühlt.
Moderne Materialien – insbesondere hochwertige Silikonhydrogele – können hier Vorteile bieten, da sie weniger abhängig vom Wassergehalt sind und die Hornhaut effizienter mit Sauerstoff versorgen.
Kontaktlinsen bei trockenen Augen: Welche Rolle spielt das Material?
Nicht jede Kontaktlinse ist bei trockenen Augen gleich geeignet. Entscheidend ist vor allem das Material.
Hydrogel
Hydrogel-Linsen versorgen die Hornhaut über ihren Wassergehalt mit Sauerstoff. Sie fühlen sich oft initial sehr weich und angenehm an. Bei sehr trockenen Augen kann ein hoher Wasseranteil jedoch dazu führen, dass die Linse Feuchtigkeit aus dem Auge zieht, um ihre eigene Struktur zu erhalten.
Silikonhydrogel
Silikonhydrogel transportiert Sauerstoff hauptsächlich über den Silikonanteil – weitgehend unabhängig vom Wassergehalt. Dadurch kann die Hornhaut auch bei längeren Tragezeiten gut versorgt werden.
Gerade bei trockenen Augen sind moderne Silikonhydrogel-Materialien häufig vorteilhaft, da sie:
eine hohe Sauerstoffdurchlässigkeit bieten
weniger auf den Wassergehalt angewiesen sind
häufig stabilere Oberflächenbenetzung ermöglichen
Das bedeutet nicht, dass Hydrogel grundsätzlich ungeeignet ist – aber bei ausgeprägter Trockenheit lohnt sich ein genauer Blick auf das Material.
Tageslinsen oder Monatslinsen bei trockenen Augen?
Sowohl Tageslinsen als auch Monatslinsen können geeignet sein – entscheidend ist die individuelle Situation.
Tageslinsen
Vorteile bei trockenen Augen:
jeden Tag eine neue, frische Oberfläche
keine Ablagerungen durch Proteine oder Lipide
kein Kontakt mit Pflegemitteln
reduziertes Risiko für Reizungen
Gerade bei empfindlichen Augen oder unregelmäßigem Tragen sind Tageslinsen oft komfortabel.
Eine Übersicht findest du im Bereich Tageslinsen.
Monatslinsen
Monatslinsen sind ebenfalls möglich, wenn:
hochwertige Materialien gewählt werden
die Reinigung konsequent erfolgt
die Linse fachgerecht angepasst ist
Ablagerungen auf der Oberfläche können bei trockenen Augen schneller als störend empfunden werden. Deshalb ist hier die Pflegeroutine besonders wichtig.
Eine Marktübersicht bietet der Bereich Monatslinsen.
Wassergehalt ist nicht gleich Komfort
Ein häufiger Irrtum lautet: Je höher der Wassergehalt einer Kontaktlinse, desto besser ist sie für trockene Augen geeignet.
Tatsächlich kann eine sehr wasserreiche Linse bei instabilem Tränenfilm sogar schneller austrocknen. Der Grund liegt in der Funktionsweise vieler Hydrogel-Linsen. Sie transportieren Sauerstoff über ihren Wasseranteil. Verdunstet Wasser an der Oberfläche, kann die Linse dem Tränenfilm zusätzliche Feuchtigkeit entziehen, um ihre eigene Struktur zu stabilisieren. Das kann das Trockenheitsgefühl verstärken.
Der Tragekomfort hängt daher nicht allein vom Wassergehalt ab, sondern von mehreren entscheidenden Faktoren.
Materialtechnologie – Hydrogel oder Silikonhydrogel
Hydrogel-Linsen transportieren Sauerstoff hauptsächlich über ihren Wassergehalt. Sie fühlen sich oft weich und angenehm an, sind jedoch stärker von der Feuchtigkeit des Tränenfilms abhängig. Bei trockenen Augen kann das problematisch sein.
Silikonhydrogel-Linsen transportieren Sauerstoff überwiegend über den Silikonanteil im Material. Dadurch sind sie weniger abhängig vom Wassergehalt. Sie bieten meist eine deutlich höhere Sauerstoffdurchlässigkeit, was besonders bei längeren Tragezeiten oder trockener Umgebung vorteilhaft sein kann.
Gerade bei trockenen Augen sind moderne Silikonhydrogel-Materialien häufig komfortabler, da sie die Hornhaut auch dann gut mit Sauerstoff versorgen, wenn der Tränenfilm nicht optimal stabil ist.
Viele hochwertige Tageslinsen und Monatslinsen basieren heute auf dieser Technologie.
Sauerstoffdurchlässigkeit – warum das Auge Sauerstoff braucht
Die Hornhaut besitzt keine eigenen Blutgefäße. Sie wird direkt über die Umgebungsluft und den Tränenfilm mit Sauerstoff versorgt.
Liegt eine Kontaktlinse auf der Hornhaut, wirkt sie wie eine dünne Membran. Ist das Material nur gering durchlässig, kann die natürliche Sauerstoffversorgung eingeschränkt werden.
Eine reduzierte Sauerstoffzufuhr kann langfristig zu Rötung, Schwellung oder einem unangenehmen Druckgefühl führen. Besonders bei trockenen Augen ist eine gute Sauerstoffversorgung wichtig, da die Oberfläche ohnehin stärker belastet ist.
Moderne Materialien mit hoher Sauerstoffdurchlässigkeit ermöglichen eine bessere Versorgung der Hornhaut und können den Tragekomfort deutlich verbessern.
Oberflächenstruktur – wie gut wird der Tränenfilm stabilisiert?
Neben dem Kernmaterial spielt die Oberfläche der Linse eine zentrale Rolle.
Eine komfortable Kontaktlinse sollte eine gleichmäßige, glatte und gut benetzbare Oberfläche besitzen. Sie muss die Tränenflüssigkeit gleichmäßig verteilen und den Tränenfilm stabil halten.
Moderne Linsentechnologien setzen daher auf spezielle Oberflächenbehandlungen oder integrierte Benetzungskomponenten. Ziel ist es, die Feuchtigkeit über den Tag möglichst konstant zu halten und trockene Stellen zu vermeiden.
Wenn die Oberfläche rau wird oder der Tränenfilm ungleichmäßig aufreißt, entsteht das typische Fremdkörpergefühl.
Individuelle Tränenfilmqualität – warum Komfort unterschiedlich wahrgenommen wird
Nicht jeder Mensch produziert gleich viel oder gleich zusammengesetzte Tränenflüssigkeit.
Unterschiede können bestehen in der Menge der wässrigen Schicht, der Stabilität der Lipidschicht oder der Haftfähigkeit der Muzinschicht.
Ist die Lipidschicht zu dünn, verdunstet die Tränenflüssigkeit schneller. Ist die wässrige Produktion reduziert, fehlt die Basis für einen stabilen Film.
Deshalb kann dieselbe Kontaktlinse bei zwei Personen völlig unterschiedlich empfunden werden. Der Komfort entsteht immer aus dem Zusammenspiel von Material, Oberfläche, Tränenfilmqualität und Umgebungsbedingungen.
Zusammenfassung
Ein hoher Wassergehalt allein garantiert keinen Komfort. Entscheidend sind moderne Materialtechnologie, ausreichende Sauerstoffdurchlässigkeit, eine stabile Oberflächenbenetzung und die individuelle Beschaffenheit des Tränenfilms.
Gerade bei Kontaktlinsen bei trockenen Augen lohnt sich daher eine differenzierte Auswahl statt einer pauschalen Entscheidung.
Bildschirmarbeit und trockene Augen
Viele Kontaktlinsenträger verbringen mehrere Stunden täglich vor Bildschirmen. Dabei sinkt die Lidschlagfrequenz erheblich. Der Tränenfilm reißt schneller auf, was zu Trockenheitsgefühlen führt.
Maßnahmen können sein:
regelmäßige bewusste Lidschläge
kurze Pausen (20-20-20-Regel)
angepasste Raumluft
eventuell Anpassung des Linsenmaterials
Sowohl sphärische als auch torische Kontaktlinsen und multifokale Kontaktlinsen sind mittlerweile in Materialien erhältlich, die für längere Bildschirmarbeit entwickelt wurden.
Wann solltest du deine Linsen überprüfen lassen?
Typische Warnsignale:
Brennen oder Stechen
Fremdkörpergefühl
Rötung
schwankende Sehschärfe
vermehrtes Reiben der Augen
Treten diese Symptome regelmäßig auf, sollte die Anpassung überprüft werden. Nicht selten hilft bereits ein Materialwechsel oder ein anderes Austauschintervall.
Kontaktlinsen sind ein medizinisches Hilfsmittel. Eine regelmäßige Kontrolle durch Optiker oder Augenarzt ist bei anhaltenden Beschwerden empfehlenswert.
Fazit: Die richtige Kombination entscheidet
Kontaktlinsen bei trockenen Augen erfordern eine individuell angepasste Lösung. Weder Tages- noch Monatslinsen sind pauschal besser – entscheidend sind Material, Trageverhalten und Tränenfilmqualität.
Moderne Silikonhydrogel-Materialien, eine konsequente Pflege und eine fachgerechte Anpassung können den Tragekomfort deutlich verbessern. In vielen Fällen lässt sich das Problem durch eine gezielte Anpassung lösen, ohne auf Kontaktlinsen verzichten zu müssen.
Ein strukturierter Vergleich im Kontaktlinsen Preisvergleich Schweiz hilft dabei, geeignete Varianten objektiv nach Material, Austauschintervall und Parametern einzuordnen.
